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Musikhaus Korn Ratgeber

Audiointerface mit MIDI: Synthesizer, Keyboard und DAW richtig verbinden

Ein Audiointerface mit MIDI verbindet nicht nur Mikrofone, Instrumente, Studiomonitore und Kopfhörer mit deinem Computer. Über MIDI In und MIDI Out lassen sich zusätzlich Synthesizer, Drumcomputer, Keyboards, Soundmodule und weitere Hardware steuern und synchronisieren. Besonders praktisch ist das, wenn ältere oder klassische MIDI-Geräte keine eigene USB-Verbindung besitzen.

MIDI In und MIDI Out erklärt DIN-MIDI und USB-MIDI unterscheiden Synthesizer, Keyboard und Drumcomputer einbinden
MOTU M4 USB Audiointerface mit MIDI Ein- und Ausgang
1× In
empfängt MIDI-Daten von Keyboard oder Hardware
1× Out
sendet MIDI-Daten von DAW oder Controller
16
MIDI-Kanäle pro klassischem MIDI-1.0-Port
0 Audio
MIDI überträgt Steuerdaten und keinen Instrumentenklang
Die kurze Entscheidung

Wann brauchst du ein Audiointerface mit MIDI?

Ein eingebauter MIDI-Ein- und -Ausgang lohnt sich besonders dann, wenn dein Studio neben Audio auch klassische Hardware enthält. Für ein einzelnes USB-MIDI-Keyboard ist MIDI am Audiointerface dagegen nicht zwingend erforderlich.

USB-Masterkeyboard

Nur Software-Instrumente spielen

Ein modernes MIDI-Keyboard kann häufig direkt per USB mit dem Computer verbunden werden. Das Audiointerface benötigt dafür keine eigenen MIDI-Buchsen.

Hardware-Synthesizer

Klassisches MIDI integrieren

Besitzt dein Synthesizer MIDI In und Out im klassischen 5-poligen DIN-Format, erspart ein Audiointerface mit MIDI ein zusätzliches USB-MIDI-Interface.

Drumcomputer & Sequencer

Tempo und Noten synchronisieren

MIDI kann Noten, Controllerdaten und Clock-Informationen übertragen. Damit lassen sich Hardware-Geräte gemeinsam mit der DAW starten und synchronisieren.

Großes Hardware-Studio

Mehrere MIDI-Ports planen

Bei mehreren Synthesizern und Drumcomputern reicht ein einzelnes MIDI-Out irgendwann nicht mehr komfortabel aus. Dann ist ein separates Mehrport-MIDI- Interface die übersichtlichere Lösung.

Faustregel: Für ein bis zwei klassische MIDI-Geräte ist ein Audiointerface mit 1× MIDI In und 1× MIDI Out besonders praktisch. Für ein größeres Synthesizer-Rack oder mehrere unabhängige Hardware-Stränge solltest du zusätzlich ein MIDI-Interface mit mehreren Ports einplanen.
Audio und Steuerdaten trennen

Was macht MIDI am Audiointerface eigentlich?

MIDI überträgt keinen eigentlichen Instrumentenklang. Stattdessen werden musikalische und technische Steuerinformationen zwischen Geräten ausgetauscht. Genau deshalb benötigt ein Hardware-Synthesizer häufig sowohl eine MIDI- als auch eine Audioverbindung.

MIDI steuert

Noten, Anschlagstärke, Pitch Bend, Modulation, Controllerwerte, Programmwechsel sowie verschiedene Synchronisationsinformationen können zwischen kompatiblen Geräten übertragen werden.

Audio transportiert Klang

Der tatsächliche Sound eines Synthesizers gelangt über dessen Audioausgänge zu den Line-Eingängen des Interfaces. MIDI und Audio erfüllen deshalb zwei völlig unterschiedliche Aufgaben.

Die DAW verbindet beides

In der Musiksoftware kann eine MIDI-Spur den Synthesizer spielen, während dessen Audioausgang gleichzeitig auf einer separaten Audiospur aufgenommen wird.

Was bedeutet MIDI In und MIDI Out?

Die Bezeichnung wird immer aus Sicht des jeweiligen Gerätes gelesen. MIDI In empfängt Daten, MIDI Out sendet Daten. Möchtest du beispielsweise Noten eines Hardware-Keyboards im Computer aufzeichnen, verbindest du MIDI Out des Keyboards mit MIDI In des Interfaces.

Wie kommt die DAW zurück zum Synthesizer?

Soll die gespeicherte MIDI-Spur anschließend den Hardware-Synthesizer spielen, führt die zweite Verbindung von MIDI Out des Audiointerfaces zu MIDI In des Synthesizers. Die Audioausgänge des Synthesizers werden zusätzlich mit den Line-Eingängen des Interfaces verbunden.

Merksatz

MIDI sagt dem Instrument, was es spielen soll. Die Audioleitung transportiert anschließend, wie das Instrument klingt.

Hardware-Synthesizer als Beispiel

Audio und MIDI richtig miteinander verkabeln

Mit drei beziehungsweise vier Verbindungen entsteht ein kompletter Aufnahme- und Steuerungsweg zwischen Synthesizer, Audiointerface und DAW.

MIDI zum Computer

Synthesizer MIDI Out mit Interface MIDI In verbinden. So kann die DAW deine gespielten Noten und Controllerbewegungen aufzeichnen.

MIDI zurück zur Hardware

Interface MIDI Out mit Synthesizer MIDI In verbinden. Die DAW kann dadurch später dieselbe Performance wieder an den Synthesizer senden.

Audio anschließen

Die linken und rechten Audioausgänge des Synthesizers mit zwei Line-Eingängen des Interfaces verbinden, wenn der Klang in Stereo aufgenommen werden soll.

Spuren in der DAW anlegen

Eine MIDI-Spur übernimmt Noten und Steuerdaten. Eine Stereo-Audiospur nimmt anschließend den tatsächlich erzeugten Synthesizerklang auf.

Typischer Fehler: MIDI ist angeschlossen, aber es kommt kein Ton in der Aufnahme an. Das ist normal, wenn nur MIDI verkabelt wurde. Der Audioausgang des Hardware- Synthesizers muss zusätzlich mit einem Audioeingang verbunden werden.
Zwei Wege für Steuerdaten

USB-MIDI oder klassische 5-Pol-DIN-Buchsen?

Direkt zum Computer

USB-MIDI

Moderne MIDI-Keyboards, Synthesizer und Controller besitzen häufig einen eigenen USB-Anschluss. In diesem Fall kann das Gerät direkt mit dem Computer kommunizieren und benötigt nicht zwingend den MIDI-Port des Audiointerfaces.

  • praktisch für moderne Controller
  • weniger zusätzliche MIDI-Kabel
  • mehrere USB-Geräte parallel möglich
  • Computer beziehungsweise USB-Host erforderlich
Hardware direkt verbinden

5-Pol-DIN-MIDI

Die klassischen MIDI-Buchsen eignen sich besonders für Synthesizer, Drumcomputer und Soundmodule. Sie erlauben eine klare Hardware-Verbindung, ohne dass jedes Instrument einen eigenen USB-Port am Rechner benötigt.

  • ideal für klassische und ältere Hardware
  • Hardware-Geräte direkt miteinander verbinden
  • ein MIDI-1.0-Port kann 16 MIDI-Kanäle adressieren
  • für mehrere unabhängige Stränge sind mehrere Ports sinnvoll
Setup richtig dimensionieren

Welche MIDI-Lösung passt zu deiner Hardware?

Setup MIDI-Bedarf Audio-Bedarf Empfehlung
USB-MIDI-Keyboard + Software kein DIN-Port zwingend Monitore/Kopfhörer normales Audiointerface reicht
1 Hardware-Synth 1× In / 1× Out 2 Line-Eingänge für Stereo Audiointerface mit MIDI
Synth + Drumcomputer 1–2 MIDI-Stränge 4+ Line-Eingänge sinnvoll 4-Kanal-Interface mit MIDI
Mehrere Hardware-Synths mehrere unabhängige Ports viele Line-Eingänge Audiointerface + MIDI-Interface
Modular + Synth + DAW MIDI, ggf. zusätzliche Steuerwege viele I/O erweitertes Produktionsinterface
Großes Projektstudio mehrere Geräte und Sync ADAT, Line-I/O, Monitoring Profi-Interface + MIDI-Hub
Wenn ein MIDI-Port nicht mehr genügt

Wann brauchst du trotz MIDI-Audiointerface ein separates MIDI-Interface?

Ein MIDI In und ein MIDI Out reichen für kleine Studios hervorragend. Bei vier, sechs oder acht Hardware-Geräten kann eine zentrale Mehrport-Lösung jedoch wesentlich übersichtlicher werden.

Zwar können über einen MIDI-1.0-Port bis zu 16 logische MIDI-Kanäle angesprochen werden, doch mehrere Geräte an einer langen Thru-Kette sind im Alltag weniger flexibel als separate Ausgänge. Eigene Ports erleichtern Routing, Fehlersuche und die eindeutige Zuordnung in der DAW.

Besonders interessant wird ein separates MIDI-Interface bei einem größeren Synthesizer-Studio, mehreren Drumcomputern, Rack-Soundmodulen oder Live-Setups, in denen verschiedene Geräte unabhängig voneinander angesteuert werden sollen.

Arturia MiniFuse 4 als Audiointerface mit MIDI für ein Hardware-Studio
Gemeinsames Tempo

MIDI Clock, Start und Stop bei Hardware-Setups

Drumcomputer, Arpeggiatoren und Hardware-Sequenzer sollen häufig im selben Tempo wie die DAW laufen. MIDI kann dafür Timing- und Transportinformationen zwischen den beteiligten Geräten übertragen.

DAW als Master

Die Musiksoftware gibt Tempo und Transport vor. Angeschlossene Hardware folgt über den MIDI-Ausgang des Interfaces.

Hardware als Master

Bei einem Performance-Sequencer oder Drumcomputer kann auch die Hardware die zentrale Clock liefern. Dann empfängt die DAW entsprechende Synchronisationsdaten.

Nur einen Master festlegen

Damit kein Timing-Chaos entsteht, sollte in einem einfachen Setup klar definiert sein, welches Gerät das Tempo vorgibt und welche Geräte folgen.

Das komplette MIDI-Studio

Passende Warengruppen rund um dein Audiointerface

MIDI-Keyboards

Tastaturen und Controller zur Steuerung von Software- und Hardware-Instrumenten.

MIDI-Interfaces

Zusätzliche Ein- und Ausgänge für größere Synthesizer- und Hardware-Setups.

MIDI-Kabel

DIN- und TRS-MIDI-Verbindungen für klassische und kompakte Hardware.

MIDI-Controller

Regler, Pads und Bedienelemente für DAW, Plugins und Performance.

USB-Audiointerfaces

Audiointerfaces nach Mic-, Line-, Instrumenten- und MIDI-Ausstattung vergleichen.

Studiomonitore

Hardware- und Software-Instrumente kontrolliert abhören und mischen.

Studiokopfhörer

Produzieren, programmieren und aufnehmen, ohne Lautsprecher nutzen zu müssen.

Herstellerwelten

Marken für Audio, MIDI und Hardware-Produktion

Entdecke Audiointerfaces, Synthesizer, Controller und weitere Studiotechnik direkt in den passenden Herstellerwelten von Musikhaus Korn.

Häufige Fragen

Antworten zum Audiointerface mit MIDI

Brauche ich ein Audiointerface mit MIDI für ein MIDI-Keyboard?

Nicht unbedingt. Ein USB-MIDI-Keyboard kann meist direkt mit dem Computer verbunden werden. MIDI am Audiointerface wird besonders interessant, wenn klassische Hardware mit 5-poligen MIDI-Buchsen eingebunden werden soll.

Überträgt MIDI auch den Klang meines Synthesizers?

Nein. MIDI überträgt Steuerinformationen. Den eigentlichen Sound des Synthesizers musst du zusätzlich über dessen Audioausgänge mit den Line-Eingängen des Audiointerfaces verbinden.

Wie verbinde ich einen Synthesizer mit MIDI und Audiointerface?

Für eine bidirektionale MIDI-Verbindung führt MIDI Out des Synthesizers zu MIDI In des Interfaces und MIDI Out des Interfaces zu MIDI In des Synthesizers. Die Audioausgänge werden zusätzlich an die Line-Eingänge angeschlossen.

Was ist der Unterschied zwischen MIDI In und MIDI Out?

MIDI In empfängt Steuerdaten, MIDI Out sendet Steuerdaten. Die Beschriftung wird immer aus Sicht des jeweiligen Gerätes gelesen.

Wie viele Geräte kann ich über einen MIDI-Port steuern?

Ein klassischer MIDI-1.0-Port stellt 16 logische MIDI-Kanäle bereit. Mehrere Geräte können entsprechend adressiert werden, sofern die Verkabelung und Geräte passende Thru- beziehungsweise Routing-Möglichkeiten bieten.

Wann brauche ich ein separates MIDI-Interface?

Sobald mehrere Hardware-Geräte unabhängig über eigene MIDI-Ports angesteuert werden sollen, wird ein Mehrport-MIDI-Interface übersichtlicher als eine lange MIDI-Thru-Kette.

Ist USB-MIDI besser als DIN-MIDI?

Beide Verbindungsarten haben ihren Einsatzbereich. USB-MIDI ist bequem für die direkte Verbindung mit einem Computer. DIN-MIDI ist besonders praktisch für klassische Hardware und direkte Geräteverbindungen ohne zusätzlichen USB-Port.

Kann MIDI einen Drumcomputer mit meiner DAW synchronisieren?

Ja. Bei geeigneter Hardware und Software können Tempo- und Transportinformationen übertragen werden, sodass Drumcomputer, Sequencer und DAW gemeinsam laufen.

Brauche ich für einen Stereo-Synthesizer zwei Audioeingänge?

Ja, wenn du den vollständigen Stereo-Ausgang aufnehmen möchtest. MIDI benötigt dafür keinen zusätzlichen Audiokanal, die beiden Audioausgänge links und rechts jedoch jeweils einen Line-Eingang.

Ist MIDI 2.0 für mein Audiointerface wichtig?

Für viele aktuelle Homestudio-Setups ist klassisches MIDI 1.0 weiterhin völlig ausreichend. MIDI 2.0 erweitert den Standard unter anderem um höhere Auflösung und neue Kommunikationsmöglichkeiten. Entscheidend ist, welche Funktionen deine konkret verwendeten Geräte tatsächlich unterstützen.

Die Entscheidung zusammengefasst

Audiointerface mit MIDI: Synthesizer & Keyboard verbinden

Ein Audiointerface mit MIDI ist besonders sinnvoll, wenn neben Mikrofonen und Instrumenten auch klassische Synthesizer, Drumcomputer, Keyboards oder Soundmodule in das Studio integriert werden sollen. MIDI In empfängt Steuerdaten, MIDI Out sendet sie. Der eigentliche Klang eines Hardware-Instruments wird dagegen weiterhin über die Audioeingänge des Interfaces aufgenommen.

Für ein einzelnes USB-MIDI-Keyboard ist ein eigener MIDI-Anschluss am Audiointerface nicht zwingend erforderlich. Ein Keyboard mit USB kann direkt mit dem Computer kommunizieren. Sobald klassische Geräte mit DIN-MIDI hinzukommen, ist 1× MIDI In und 1× MIDI Out am Audiointerface jedoch sehr praktisch.

Produzenten mit mehreren Hardware-Synthesizern sollten zusätzlich auf ausreichend Line-Eingänge achten. Ein einzelner Stereo-Synthesizer benötigt bereits zwei Audiokanäle. Bei mehreren Instrumenten werden vier, sechs oder mehr Line-Eingänge schnell komfortabler. Für umfangreiche MIDI-Setups lohnt außerdem ein separates MIDI-Interface mit mehreren unabhängigen Ports.

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Vom MIDI-Interface zum kompletten Produktionsstudio

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