Ein Mikrofon fürs komplette Set
Ein Mikrofon vor oder über dem Drumset kann einen sehr natürlichen Gesamtklang liefern. Gut für Demos, Lo-Fi, Jazz und erste Recording-Versuche.
Ein akustisches Schlagzeug ist keine einzelne Klangquelle: Bassdrum, Snare, Toms, Hi-Hat, Becken und Raum erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb kombiniert ein gutes Drum-Mikrofonsetup meist robuste dynamische Mikrofone für die Kessel mit detailreichen Kondensatormikrofonen für Overheads und Becken. Vom einfachen 2-Mikrofon-Setup bis zur kompletten Mehrspuraufnahme findest du hier den passenden Weg.
Mehr Mikrofone geben dir mehr Kontrolle im Mix, erhöhen aber gleichzeitig Kanalbedarf, Verkabelung und mögliche Phasenprobleme. Wähle deshalb das kleinste Setup, das dein Aufnahmeziel zuverlässig erfüllt.
Ein Mikrofon vor oder über dem Drumset kann einen sehr natürlichen Gesamtklang liefern. Gut für Demos, Lo-Fi, Jazz und erste Recording-Versuche.
Ein Bassdrum-Mikrofon liefert kontrolliertes Low-End, ein Overhead fängt Snare, Toms, Becken und das Gesamtbild ein.
Ein hervorragender Mittelweg für Homestudio und Bandrecording. Kick und Snare lassen sich separat bearbeiten, die Overheads bilden das Set ab.
Kick, Snare, mehrere Toms, Hi-Hat und Stereo-Overheads erhalten eigene Kanäle. Dafür brauchst du entsprechend viele Mikrofonvorverstärker.
Spezialisierte dynamische Bassdrum-Mikrofone sind auf tiefen Druck und einen klaren Anschlag abgestimmt. Position im oder vor dem Resonanzfell verändert das Verhältnis zwischen Attack und Tiefbass.
Kompakte dynamische Mikrofone mit Niere oder Superniere sind besonders verbreitet. Sie vertragen hohe Pegel und lassen sich nah am Fell platzieren.
Drum-Clipmikrofone sparen Stative und reduzieren den Platzbedarf. Ein gerichtetes dynamisches Mikrofon hilft dabei, Becken und Nachbartoms auszublenden.
Kleinmembran-Kondensatormikrofone reagieren schnell auf Becken und Percussion und eignen sich hervorragend als Stereo-Paar für das komplette Drumset.
Nicht immer. In vielen Produktionen ist bereits genügend Hi-Hat in den Overheads und im Snare-Mikrofon vorhanden. Ein eigener Kleinmembran-Kanal lohnt sich, wenn du die Hi-Hat im Mix gezielt bearbeiten möchtest.
Wenn der Aufnahmeraum gut klingt. Ein weiter entferntes Mikrofon kann dem Drumset Tiefe und Größe geben. In einem problematischen kleinen Raum ist ein zusätzlicher Raumkanal dagegen nicht automatisch hilfreich.
Dynamische Mikrofone für fokussierte Kessel – Kondensatormikrofone für Becken, Transienten und das räumliche Gesamtbild.
Näher am Beater entsteht mehr Klick und Anschlag. Weiter außen beziehungsweise vor dem Resonanzfell wird der Klang häufig runder und tiefer.
Von schräg oberhalb auf das Fell richten. Richtung Fellmitte steigt der Attack-Anteil, näher zum Rand treten Obertöne stärker hervor.
Ähnlich wie die Snare mikrofonieren. Cliphalterungen halten Stative aus dem Spielbereich und erleichtern den Aufbau.
Kontrolliere die Abstände zu Snare und Kick sorgfältig. Ein symmetrischer Aufbau erleichtert ein stabiles Stereo- und Mittenbild.
| Setup | Kanäle | Stärke | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Ein Mikrofon | 1 | natürlich und schnell | Demo, Jazz, Lo-Fi |
| Kick + Overhead | 2 | mehr Bassdrum-Kontrolle | Homerecording |
| Kick + Snare + OH L/R | 4 | sehr gutes Verhältnis aus Kontrolle und Aufwand | Band und Studio |
| Close-Mic-Setup | 7–8+ | maximale Einzelkontrolle | Rock, Pop, Metal, Live |
Dasselbe Snare-Signal erreicht Snare-Mikrofon und Overheads zu unterschiedlichen Zeiten. Werden mehrere Mikrofone zusammengemischt, können sich bestimmte Frequenzen dadurch verstärken oder teilweise auslöschen.
Klingt die Snare zusammen mit den Overheads plötzlich dünner als einzeln, prüfe zuerst die Mikrofonposition. Verschiebe ein Mikrofon leicht und höre den gesamten Drum-Mix anschließend auch in Mono ab.
Bei einer zusätzlichen Snare-Unterseite ist außerdem die entgegengesetzte Bewegungsrichtung der Felle zu beachten. Eine Polaritätsumkehr kann dort sinnvoll sein, ersetzt aber nicht die Kontrolle der tatsächlichen Laufzeiten.
Drum-Mikrofonsets kombinieren Mikrofone für Kick, Snare, Toms und Overheads. Sie sind besonders praktisch, wenn ein komplettes Setup ohne Einzelzusammenstellung entstehen soll.













Overheads sind nicht nur Beckenmikrofone. Richtig positioniert liefern sie das räumliche Gesamtbild des Sets und bestimmen einen großen Teil des natürlichen Drum-Sounds.
Für ein vollständiges Drumset sind schnell vier, acht oder mehr gleichzeitig nutzbare Mikrofonvorverstärker erforderlich.
Jeder Mikrofonkanal benötigt einen eigenen Signalweg. Bei acht Mikrofonen werden entsprechend acht passende XLR-Kabel benötigt.
Overheads und Kick benötigen stabile Positionen. Cliphalter sparen dagegen besonders an Snare und Toms Platz.
Geschlossene Kopfhörer helfen bei Positionierung, Pegelkontrolle und Mehrspuraufnahme ohne zusätzliche Lautsprecher im Raum.
Bereits ein oder zwei Mikrofone können ein komplettes Drumset aufnehmen. Für mehr Kontrolle sind Kick, Snare und zwei Overheads ein sehr guter 4-Kanal-Start. Umfangreiche Produktionen nutzen sieben, acht oder mehr Mikrofone.
Spezialisierte dynamische Kick-Mikrofone sind besonders verbreitet. Sie sind auf hohe Pegel, tiefe Frequenzen und einen klaren Beater-Anschlag abgestimmt.
Kompakte dynamische Nieren- oder Supernierenmikrofone sind der Standard. Ein Shure SM57, Sennheiser e604 oder vergleichbares Instrumentenmikrofon ist ein klassischer Ausgangspunkt.
Kleinmembran-Kondensatormikrofone sind besonders beliebt, weil sie schnelle Transienten und Becken detailliert erfassen. Ein abgestimmtes Paar erleichtert Stereoaufnahmen.
Viele professionelle XLR-Kondensatormikrofone benötigen Phantomspeisung. Prüfe die Angaben des konkreten Modells und ob dein Interface oder Mischpult 48 V bereitstellt.
Nicht zwingend. Häufig ist bereits genügend Hi-Hat in Overheads und Snare-Kanal vorhanden. Ein eigener Kanal lohnt sich für gezielte Kontrolle.
Derselbe Schlag erreicht verschiedene Mikrofone zu unterschiedlichen Zeiten. Dadurch können Auslöschungen entstehen. Prüfe deshalb Mikrofonabstände und höre das komplette Set regelmäßig auch in Mono.
Ja, wenn ein komplettes Set schnell und unkompliziert mikrofoniert werden soll. Einzelmikrofone sind flexibler, wenn du gezielt unterschiedliche Klangcharaktere für Kick, Snare und Overheads kombinieren möchtest.
Mindestens so viele gleichzeitig nutzbare Mikrofoneingänge wie Mikrofone. Für ein Vier-Mikrofon-Setup vier, für eine vollständige Acht-Kanal-Mikrofonierung entsprechend acht Mic-Preamps.
Für die Bassdrum sind spezielle dynamische Mikrofone mit kräftigem Tiefbass und definiertem Attack eine gute Wahl. Snare und Toms werden häufig mit kompakten dynamischen Instrumentenmikrofonen aufgenommen. Für Becken, Hi-Hat und das Gesamtbild des Drumsets kommen besonders häufig Kleinmembran-Kondensatormikrofone als Overheads zum Einsatz.
Du musst nicht sofort acht Mikrofone verwenden. Kick, Snare und zwei Overheads bilden bereits ein sehr leistungsfähiges Setup. Mehr Close-Mics geben zusätzliche Kontrolle über einzelne Toms und Becken, erhöhen aber gleichzeitig Kanalzahl, Verkabelung und die Bedeutung einer sauberen Phasenlage.
Für den unkomplizierten Start bieten komplette Drum-Mikrofonsets bereits sinnvoll kombinierte Mikrofone und Halterungen. Wer später gezielt bestimmte Sounds sucht, kann Kick-, Snare-, Tom- und Overhead-Mikrofone einzeln kombinieren und sein Recording-System Schritt für Schritt erweitern.
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