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Musikhaus Korn Ratgeber

Audiointerface für Gitarre: direkt aufnehmen, Amp-Sounds nutzen und flexibel produzieren

E-Gitarre direkt in die DAW, Westerngitarre mit Mikrofon, Gesang plus Gitarre oder der echte Gitarrenverstärker vor einem Mikrofon: Das passende Audiointerface hängt vor allem von deinem Aufnahmeweg ab. Für direkt angeschlossene E-Gitarren ist ein geeigneter Instrumenten- beziehungsweise Hi-Z-Eingang besonders wichtig.

Hi-Z und DI-Recording erklärt E-Gitarre, Akustikgitarre und Bass Amp-Simulation und Reamping berücksichtigt
Fender Link I/O kompaktes Audiointerface für E-Gitarre und Bass
Hi-Z
für passive E-Gitarre und E-Bass direkt ins Interface
1
Instrumenteneingang reicht für reine DI-Gitarrenspuren
2
Kanäle für Gitarre plus Gesang oder Mikrofon
DI
trockene Spur für Amp-Simulation und späteres Reamping
Zuerst den Aufnahmeweg wählen

Wie möchtest du deine Gitarre aufnehmen?

Für Gitarristen gibt es nicht das eine perfekte Interface. Ein Spieler mit Amp-Simulation benötigt andere Anschlüsse als jemand, der einen Röhrenverstärker mikrofoniert oder gleichzeitig Gesang und Akustikgitarre aufnehmen möchte.

Leise & flexibel

E-Gitarre direkt aufnehmen

Gitarre per Instrumentenkabel an den Hi-Z-Eingang anschließen. Verstärker, Box und Effekte entstehen anschließend über Amp-Simulationen.

Fertiger Gitarrensound

Modeler oder Multieffekt nutzen

Der Amp-Sound entsteht bereits im Modeler. Das Gerät geht entweder direkt per USB zum Computer oder über seine Line-Ausgänge in das Audiointerface.

Echter Verstärker

Gitarrenamp mikrofonieren

Ein Mikrofon vor dem Lautsprecher benötigt einen Mikrofonvorverstärker am Interface. Die Mikrofonposition wird dabei ein wesentlicher Bestandteil des Gitarrensounds.

Akustischer Klang

Western- oder Konzertgitarre

Akustikgitarren lassen sich über Mikrofon aufnehmen. Bei elektroakustischen Modellen kann der Pickup zusätzlich auf einer zweiten Spur aufgezeichnet werden.

Für die meisten E-Gitarristen: Ein Interface mit mindestens einem guten Hi-Z-Instrumenteneingang, Kopfhörerausgang und zuverlässigem Software-Monitoring ist bereits eine vollständige Basis. Zwei Eingänge sind flexibler, wenn später Gesang oder ein Mikrofon hinzukommen soll.
Der entscheidende Gitarreneingang

Was bedeutet Hi-Z beim Audiointerface?

Passive Gitarrenpickups liefern ein anderes Signal als Mikrofone oder klassische Line-Geräte. Deshalb besitzen gitarrentaugliche Interfaces einen speziellen Instrumentenmodus mit hoher Eingangsimpedanz.

Instrument statt Line wählen

Nutzt eine Kombibuchse mehrere Signalarten, aktiviere beim direkten Anschluss einer passiven E-Gitarre den mit Instrument, INST oder Hi-Z bezeichneten Modus.

Pickup-Ausgang beachten

Sehr kräftige aktive Pickups können höhere Pegel liefern. Ein Pad oder genügend Eingangsreserve ist praktisch, damit harte Anschläge nicht bereits am Eingang übersteuern.

DI-Spur sauber aufnehmen

Die unverzerrte Direktspur klingt zunächst trocken. Genau diese neutrale Aufnahme bietet später maximale Freiheit für verschiedene Amp-, Cabinet- und Effekt-Sounds.

Warum klingt eine direkt aufgenommene Gitarre zunächst ungewohnt?

Bei einer echten Gitarrenanlage formen Vorstufe, Endstufe, Lautsprecherbox und oft auch ein Mikrofon den Klang. Bei der direkten DI-Aufnahme fehlen diese Bausteine. Sie werden anschließend durch einen virtuellen Amp oder einen Hardware-Modeler ergänzt.

Kann eine DI-Spur gleichzeitig mit dem fertigen Sound aufgenommen werden?

Einige Setups erlauben eine trockene und eine bereits bearbeitete Spur parallel. Dadurch hörst du beim Spielen deinen gewünschten Amp-Sound, behältst aber eine unbearbeitete Aufnahme für spätere Klangänderungen.

Merksatz für Gitarristen

Gitarre direkt aufnehmen: Instrumentenkabel → Hi-Z-Eingang → DAW → Amp- und Cab-Simulation → Kopfhörer oder Studiomonitore.

Vom Bedroom-Setup bis zum echten Amp

Vier typische Gitarren-Setups mit Audiointerface

Direkt + Amp-Simulation

E-Gitarre in Hi-Z. Ideal für leises Recording, Editieren und flexible Sounds ohne echten Gitarrenlautsprecher.

Gesang + Gitarre

Ein Mikrofoneingang für die Stimme und ein Hi-Z-Eingang für die Gitarre machen ein kompaktes Singer-Songwriter-Studio möglich.

Amp + Mikrofon

Mikrofon vor den Lautsprecher, per XLR in den Mic-Preamp und anschließend Position, Pegel und Klang direkt im Raum optimieren.

Akustik + Pickup

Ein Mikrofon nimmt den natürlichen Korpusklang auf. Ein zweiter Eingang kann parallel den eingebauten Pickup erfassen.

Ausstattung passend auswählen

Welche Anschlüsse braucht dein Gitarren-Interface?

Anwendung Benötigte Eingänge Wichtig Empfehlung
E-Gitarre direkt 1 × Instrument Hi-Z, Kopfhörer kompaktes Gitarren-Interface
Gesang + E-Gitarre 1 × Mic + 1 × Hi-Z 48 V optional, Monitoring 2-Kanal-Interface
Amp mit einem Mikrofon 1 × Mic Mic-Preamp, XLR 1–2 Kanäle
Akustik + Pickup Mic + Instrument/Line zwei getrennte Spuren 2-Kanal-Interface
Stereo-Modeler 2 × Line Stereo-Line-Eingänge 2–4 Line-Kanäle
Reamping / Outboard Hi-Z + zusätzliche Outputs Routing, Reamp-Lösung 4+ I/O sinnvoll
Sound später neu entscheiden

Wann lohnt sich Reamping für Gitarristen?

Reamping trennt das Einspielen vom endgültigen Verstärkersound. Du nimmst zuerst eine saubere DI-Spur auf und schickst sie später erneut durch einen echten Verstärker oder eine andere Signalkette.

Für diesen Workflow ist ein Interface mit zusätzlichen, frei nutzbaren Ausgängen besonders praktisch. Das Line-Signal des Interfaces wird über eine dafür geeignete Reamping-Lösung wieder an den Pegel und die Impedanz angepasst, die ein Gitarrenverstärkereingang erwartet.

Wichtiger Sicherheits-Hinweis: Den Lautsprecherausgang eines Röhrenverstärkers niemals direkt mit einem normalen Audiointerface verbinden. Der Speaker-Ausgang benötigt eine dafür geeignete Last beziehungsweise eine passende Loadbox.
MOTU M4 Audiointerface mit zusätzlichen Ein und Ausgängen für Gitarren Recording
Das vollständige Gitarren-Studio

Welche Warengruppen ergänzen dein Audiointerface?

Instrumentenkabel

Für Gitarre direkt ins Interface benötigst du ein normales 6,3-mm-Mono-Instrumentenkabel.

Modeler & Multieffekte

Amp-, Cabinet- und Effektsounds können bereits vor dem Audiointerface entstehen.

Studiokopfhörer

Ideal zum leisen Einspielen mit Amp-Simulation und zum Kontrollieren der Aufnahme.

Mikrofone

Benötigt für echte Gitarrenverstärker sowie natürliche Akustikgitarren-Aufnahmen.

DI-Boxen

Praktisch für Signalwandlung, längere symmetrische Wege und spezielle Recording-Aufgaben.

Gitarrenverstärker

Für den echten Amp-Sound vor einem Mikrofon oder als Teil einer Reamping-Kette.

Studiomonitore

Für Amp-Simulation, Editing und Mixing ohne den Klang eines Gitarrenlautsprechers.

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Häufige Fragen

Antworten zum Audiointerface für E- und Akustikgitarre

Welches Audiointerface eignet sich am besten für E-Gitarre?

Achte vor allem auf einen echten Instrumenten- beziehungsweise Hi-Z-Eingang, ausreichend Eingangsreserve, einen guten Kopfhörerausgang und stabile Treiber. Für reine Gitarrenaufnahmen reicht ein Eingang, zwei Kanäle bieten mehr Reserve.

Kann ich eine E-Gitarre direkt an ein Audiointerface anschließen?

Ja, wenn das Interface einen geeigneten Hi-Z-Instrumenteneingang besitzt. Verwende ein normales Instrumentenkabel und aktiviere bei umschaltbaren Eingängen den Instrumentenmodus.

Brauche ich eine DI-Box zwischen Gitarre und Audiointerface?

Bei einem Interface mit passendem Hi-Z-Eingang ist für das einfache Homerecording meist keine zusätzliche DI-Box nötig. DI-Boxen werden bei speziellen Signalwegen, langen Kabelstrecken oder komplexeren Setups interessant.

Brauche ich zum Aufnehmen einen echten Gitarrenverstärker?

Nein. Die trockene Gitarrenspur kann über Software-Amp- und Cabinet-Simulationen vollständig geformt werden. Ein echter Verstärker lohnt sich, wenn genau dessen Klang, Lautsprecher und Spielgefühl Teil der Aufnahme sein sollen.

Wie nehme ich Gesang und Gitarre gleichzeitig auf?

Nutze ein Interface mit mindestens zwei gleichzeitig verwendbaren Eingängen: einen Mikrofonvorverstärker für die Stimme und einen Hi-Z-Eingang für die direkt angeschlossene Gitarre.

Wie nehme ich eine Westerngitarre am besten auf?

Für einen natürlichen Akustikklang eignet sich ein Mikrofon. Bei einer elektroakustischen Gitarre kann zusätzlich der Pickup auf einer zweiten Spur aufgenommen und später mit dem Mikrofonsignal gemischt werden.

Was ist Reamping?

Dabei wird eine bereits aufgenommene trockene Gitarrenspur später erneut durch einen Gitarrenverstärker geschickt. Dadurch kannst du den Amp-Sound verändern, ohne den Gitarrenpart erneut einzuspielen.

Kann ein Modeler das Audiointerface ersetzen?

Ja, wenn der Modeler selbst eine passende USB-Audiointerface-Funktion bietet. Alternativ lässt er sich über seine Line-Ausgänge an ein separates Studiointerface anschließen.

Ist Direct Monitoring für Gitarre sinnvoll?

Für eine trockene Gitarrenspur ja. Beim Spielen durch Software-Amp-Simulationen muss jedoch meist das bearbeitete DAW-Signal gehört werden. Dann sind ein kleiner Buffer und ein leistungsfähiges Rechnersystem wichtiger.

Wie viele Eingänge braucht ein Gitarrist?

Für E-Gitarre allein genügt ein Hi-Z-Kanal. Zwei Eingänge sind für die meisten Homestudios besonders flexibel. Vier oder mehr I/O werden interessant, wenn mehrere Mikrofone, Stereo-Modeler, Hardware-Effekte oder Reamping hinzukommen.

Die Entscheidung zusammengefasst

Audiointerface für Gitarre: Gitarre richtig aufnehmen

Für die direkte Aufnahme einer E-Gitarre ist ein geeigneter Hi-Z-Instrumenteneingang das wichtigste Merkmal des Audiointerfaces. Er erlaubt es, das Gitarrensignal ohne vorgeschalteten Verstärker direkt in die DAW aufzunehmen. Der trockene Klang wird anschließend mit Amp-, Cabinet- und Effekt-Simulationen geformt.

Wer zusätzlich singt, eine Akustikgitarre mikrofoniert oder einen echten Gitarrenamp aufnehmen möchte, ist mit zwei Mikrofon-/Instrumentenkanälen flexibler. Größere Interfaces bieten zusätzliche Line-Ausgänge für Hardware, Modeler, Monitoring und Reamping. Entscheidend ist deshalb nicht die maximale Kanalzahl, sondern der Signalweg, den du tatsächlich nutzen möchtest.

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